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Aug 222012
 

Regelmäßiges Regattasegeln lohnt sich. Zu dieser Erkenntnis kamen gleich fünf 505er-regattasegelnde OSGler bei einem Blick auf die Qualifikationsliste für die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM). So viele qualifizierte Segler hatten wir in unseren Reihen gar nicht vermutet. Ein Team behauptete sogar überqualifiziert zu sein. Mindestens 9 Wettfahrten und ausreichend Ranglistenpunkte im Qualizeitraum sind nötig um starten zu dürfen. Und wenn die IDM dann in einem so schönen Revier wie der Flensburger Förde stattfindet, segeln wir doch einfach mit.

39 Boote aus drei Nationen haben gemeldet. Die OSG ist in zwei Booten vertreten. Katja und Christian sitzen in einem Boot, Katharina und Enno in einem anderen. Chancen auf den Meistertitel haben wir nicht. Gewinnen werden wir trotzdem – an Erfahrung. Für den Titel „Meister der Herzen“ wird’s wohl reichen.

Wir haben 4 Tage 505er-segeln vor den Ochseninseln vor uns. Könnte anstrengend werden, da das Revier vor Glücksburg zumindest an Regattatagen zu Starkwind neigt. Erfahrungsgemäß ballert es immer mit gefühlten 6-7 Windstärken. Folgender Dialog, der im Vorfeld der IDM zwischen zwei OSGlern stattfand, gibt die Windsituation ganz gut wieder: „Ich hoffe mal dass in Flensburg nicht so viel Wind ist.“ „Nee, Flensburg ist dafür bekannt das dort nie viel Wind ist, da ist immer gleich sehr viel Wind.“

Bevor es losgeht ist wie immer jede Menge zu tun, der Sport ist wirklich aufwändig: Auto packen, Trailern, Zelte und Boote aufbauen, Anmelden, Boot basteln, schnacken, andere Boote bestaunen, daraufhin irgendwas ameigenen Boot wieder umbasteln, schnacken, optimieren, Leinen tauschen, schrauben, vielleicht segeln, vielleicht auch noch die Segelanweisung lesen (erwiesenermaßen vorteilhaft) und den Wetterbericht studieren (nicht nötig, ballert eh mit 6-7 Windstärken) und dann endlich - ein wohlverdientes Bier trinken. Am nächsten Morgen müssen Boote, Segel und Masten zur Vermessung, um festzustellen, ob das was wir da auf dem Trailer haben auch wirklich ein 505er ist. Zu leichte Boote bekommen Bleiklötze eingeschraubt damit sie ins Klassenreglement passen, die ein oder andere Messmarke muss nachgemalt werden, meistens passts. Und dann gehts auch „schon“ los.

Vielleicht schaffen wir es ja an dieser Stelle live von der Regatta zu berichten - ansonsten bis demnächst am Steg.

Katharina

  7 Responses to “Wir sind dann mal Deutsche Meisterschaft segeln…”

  1. Klingt doch toll. Da komm ich auch mal vorbei – dann kann mir vielleicht mal jemand bescheinigen, ob Jenny eigentlich eine 470er ist.

    Und ob irgendwo Bleiklötze reingeschraubt werden müssen 😀

    Mast und Schotbruch Euch Vieren!

  2. Update: Von Startverschiebungen, Buchstaben und Basteleien….

    Bisher läuft es eher mässig. Beide OSG-Teams haben am ersten Wettfahrtstag lediglich Buchstaben ersegeln können (DNF, DNS…). Nachdem ein Steuermann meinte zwei Stunden vor Start das komplette Schotsystem auf Heckschotführung umbauen zu müssen, flogen ihm in der ersten Wettfahrt sämtliche Blöcke um die Ohren…beste Stimmung an Bord… Das andere Team knotete den Spi so geschickt unter dem Boot fest, das er auch in einer Notkenterung nicht zu entheddern war. Übrigens hat es mal wieder mit gefühlten 6-7 Bf. geballert und die Segler haben tatsächlich den ganzen Wind verbraucht. Seit heute morgen um 11:00 Uhr warten wir auf Wind. Eine Startverschiebung nach der anderen…rumhängen, basteln und warten….Immerhin wird der Bierstand gerade aufgebaut 🙂

    • Update 2: Grillen und chillen

      Tja, der Freitag war tatsächlich komplett windlos. Als Ausgleich gab es Abends ein geselliges Matchrace am Grill – HSC gegen OSG. Ensetzt musste ich mit ansehen, wie die OSG einen späten Start hingelegt hat und dann noch Nachhilfe vom HSC im Grillanzünden bekam…. Ich dachte Grillen sei unsere Kernkompetenz!

      Am nächsten Wettfahrtstag gab es dann bei uns an Bord erneuten Bruch, so das auch der Tag gelaufen war und wir wieder nur Buchstaben ersegeln konnten. Bei Christian und Katja lief es besser.
      Am Sonntag konnten wir dann noch eine halbwegs erfreuliche Wettfahrt segeln. Das vorhergesagte Trogtief erreichte das Feld erst beim Zieldurchgang und brachte ein paar Gewitterböen, tiefschwarzen Himmel und heftigen Regen, so dass die Regatta nach der Wettfahrt abgebrochen wurde und wir bei einsetzender Flaute, Donnergrollen und Wolkenbruch zurück in den Hafen dümpelten. Donner und Blitz sorgten für vereinzelte Vorschoterproteste („Ich will aber nicht in der Nähe vom Mast sitzen…“), die allerdings aufgrund der begrenzten Schiffslänge nicht zu lösen waren. Immerhin war das Bootabspülen mit Süßwasser durch den Regen schon erledigt. So verließen wir die IDM nass, aber gut gelaunt mit den Plätzen 35 und 38.

  3. Na, das klingt ja nach einem echt erfolgreichen WE und von allem alles :–)

    • Hallo, find ich schade mit dem Wetter. Zur IDM könnte man doch sowas wie Windenergieanlagen einsatzen, um 4 Tage konstante Bedingungen zu haben.

      MfG, Jens

      • Und dann geht die Diskussion über Windstärkeneinstellungen, Crewgewicht und taktische Optionen los…und wenn die Dinger ausfallen, fährt man ausversehen eine „Energiewende“…
        Da überlasse ich es dann doch lieber Rasmus sich lustige Windbedingungen auszudenken.

      • Energiewende! hihihi kann die auch bei geringer Windstärkeneinstellung gerollt werden?

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